Laufband und Rudergerät sind zwei sehr unterschiedliche Wege zum Cardiotraining zuhause: Das Laufband orientiert sich an Gehen oder Laufen, das Rudergerät arbeitet mit einer Zugbewegung, die Beine, Rumpf und Oberkörper einbindet. Beide können Ausdauer und allgemeine Fitness unterstützen – der Unterschied liegt vor allem im Bewegungsablauf, im Belastungsgefühl und darin, wie sich das Training in den Alltag integrieren lässt.
Dieser Ratgeber vergleicht Laufband und Rudergerät praxisnah: Welche Anforderungen stellen sie an Platz und Technik, wie unterscheiden sich Intensität und Trainingssteuerung, und für welche Ziele und Situationen ist welches Gerät typischerweise passender. Wenn du Modelle gegenüberstellen möchtest, findest du die Übersichten im Laufband Test und im Rudergerät Test.
1. Bewegungsablauf: Laufen vs. Rudern
Laufband – vertraute Laufbewegung
Auf dem Laufband bewegst du dich in einer dir bekannten Form: Gehen, Walken oder Laufen. Du kannst Tempo und Steigung einstellen und so von lockerem Walking bis zu anspruchsvollen Laufeinheiten alles abdecken. Das Training ist intuitiv – wer bereits draußen spazieren oder joggen geht, findet sich auf dem Laufband meist schnell zurecht. In der Praxis merken viele, dass es ihnen leichtfällt, einfach „loszulaufen“, weil die Bewegung vertraut ist.
Rudergerät – Zugbewegung mit Ganzkörpereinsatz
Auf dem Rudergerät sitzt du auf einem beweglichen Sitz, stellst die Füße auf die Fußplatten und ziehst einen Griff zu dir heran. Dabei arbeiten Beine, Gesäß, Rücken, Rumpf, Schultern und Arme gemeinsam. Die Bewegung ist etwas technischer, lässt sich aber mit etwas Übung gut erlernen. Wer sich an die richtige Reihenfolge aus Beinarbeit, Oberkörperarbeit und Armzug hält, profitiert von einem sehr effektiven Ganzkörpertraining.
2. Trainingsziele: Abnehmen, Ausdauer, Ganzkörpertraining
Abnehmen und Kalorienverbrauch
Sowohl Laufband als auch Rudergerät eignen sich gut zum Abnehmen – entscheidend ist, dass du regelmäßig trainierst und dein Tempo so wählst, dass du die Einheiten durchhältst. Auf dem Laufband können schnellere Läufe und Intervalle viel Energie verbrauchen, auf dem Rudergerät sorgt der Ganzkörpereinsatz für einen hohen Gesamtenergiebedarf auch bei kürzeren, intensiven Einheiten.
In vielen Heimtrainingssituationen hat sich gezeigt, dass Nutzer auf dem Rudergerät schon nach 15 bis 25 Minuten ein deutliches Belastungsgefühl erreichen, während auf dem Laufband eher längere Einheiten von 30 bis 45 Minuten im moderaten Tempo geplant werden. Welches Gerät dir besser liegt, hängt davon ab, ob du dich eher von kürzeren, intensiven oder von längeren, gleichmäßigen Einheiten motivieren lässt.
Ausdauer und allgemeine Fitness
Wenn du deine allgemeine Ausdauer verbessern möchtest, funktionieren beide Geräte sehr gut. Das Laufband kommt der Bewegung draußen am nächsten und ist besonders interessant, wenn du dich auf Strecken oder Läufe vorbereitest. Das Rudergerät bietet dagegen ein kombiniertes Ausdauer- und Kraftausdauertraining für den gesamten Körper, weil große Muskelgruppen gleichzeitig arbeiten.
3. Gelenkbelastung und gesundheitliche Aspekte
Laufband – abhängig von Dämpfung und Tempo
Auf dem Laufband entsteht durch die Laufbewegung eine Stoßbelastung für Knie, Hüften und Sprunggelenke. Gute Laufbänder besitzen eine gedämpfte Lauffläche, die diese Belastung reduziert. Je schneller du läufst und je höher du die Steigung einstellst, desto größer wird die Belastung. Bei empfindlichen Gelenken oder Übergewicht ist es sinnvoll, zunächst mit Gehen oder leichtem Walking zu beginnen und die Intensität langsam zu steigern.
Rudergerät – fließende, stoßarme Bewegung
Beim Rudern gibt es keine Aufprallbewegung der Füße. Die Belastung verteilt sich auf mehrere große Muskelgruppen, die Bewegung ist fließend. Bei sauberer Technik gilt das Rudergerät als gelenkschonend. Wichtig ist jedoch, dass Rücken und Rumpf stabil bleiben und die Bewegung kontrolliert ausgeführt wird, damit es nicht zu Überlastungen im unteren Rücken kommt.
Wenn du bereits Gelenkprobleme hast oder unsicher bist, kann das Rudergerät eine interessante Alternative sein, vorausgesetzt du steigst mit moderater Intensität ein und achtest auf eine saubere Technik. Im Zweifel sollte die Wahl des Geräts mit medizinischem Fachpersonal abgesprochen werden.
4. Trainingsgefühl und Motivation
Laufband – klare Tempokontrolle
Auf dem Laufband kannst du Geschwindigkeit und Steigung exakt einstellen. Das ist angenehm, wenn du gerne mit festen Tempovorgaben läufst oder bestimmte Streckenprofile nachbilden möchtest. Viele empfinden es als motivierend, wenn sie Fortschritte direkt an Tempo- oder Zeitangaben ablesen können. Gleichzeitig erfordert das Laufen eine gewisse Konzentration, gerade bei höherem Tempo.
Rudergerät – dynamisches Ganzkörpertraining
Rudertraining wird oft als sehr konzentriert erlebt: Jede Bewegung besteht aus Zug und Rückholphase, das Training fühlt sich dynamisch und „kompakt“ an. Schon nach wenigen Minuten ist spürbar, dass Rücken, Rumpf und Beine intensiv arbeiten. Wer Freude an strukturierter Belastung, Intervallen und Ganzkörpereinsatz hat, bleibt am Rudergerät häufig gut motiviert.
Für die Motivation spielt eine Rolle, welches Gefühl du bevorzugst: eher regelmäßige, gleichmäßige Schritte oder kräftige Züge mit deutlicher Beteiligung des Oberkörpers.
5. Platzbedarf, Lautstärke und Wohnsituation
Platzbedarf
Laufbänder benötigen eine ausreichend große Stellfläche in der Länge. Viele Modelle lassen sich nach dem Training nach oben klappen, um etwas Platz zu sparen, benötigen im Betrieb aber dennoch einen Bereich mit genügend Freiraum hinter dem Band. Rudergeräte sind ebenfalls relativ lang, lassen sich bei vielen Modellen jedoch hochkant aufstellen. Besonders Holz- oder Wassergeräte können aufrecht stehend vergleichsweise wenig Stellfläche einnehmen und wirken im Wohnraum oft zurückhaltender.
Lautstärke
Beim Laufband entstehen Geräusche durch Motor und Laufgeräusch der Schritte. Je schneller du läufst und je schwerer du bist, desto deutlicher sind die Schritte zu hören. Rudergeräte mit Wasser- oder Luftwiderstand erzeugen ein Rauschen, das je nach System und Intensität gut hörbar ist, aber meist etwas „weicher“ wirkt als die Schrittgeräusche eines Laufbands. Magnet-Rudergeräte sind oft nochmal leiser.
In Mietwohnungen lohnt sich in beiden Fällen eine Bodenmatte, um Vibrationen zu dämpfen und Geräusche auf den Boden zu reduzieren. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, Trainingszeiten zu wählen, die für Nachbarn erfahrungsgemäß unkritisch sind.
6. Technik und Einstieg für Einsteiger
Laufband
Der Einstieg auf dem Laufband ist vergleichsweise einfach: Du stellst das Tempo niedrig ein und beginnst mit Gehen oder leichtem Walking. Sinnvoll ist, zunächst den Handlauf zu nutzen, bis du dich an die Bewegung auf der laufenden Fläche gewöhnt hast. Erst wenn du dich sicher fühlst, solltest du das Tempo schrittweise erhöhen oder mit leichten Steigungen arbeiten.
Rudergerät
Beim Rudergerät lohnt es sich, zu Beginn bewusst ein paar Minuten in die Technik zu investieren. Dazu gehören eine stabile Rumpfhaltung, die richtige Reihenfolge von Beinarbeit, Oberkörpereinsatz und Armzug sowie eine kontrollierte Rückführung in die Ausgangsposition. Viele Einsteiger profitieren davon, die ersten Einheiten mit niedriger Schlagzahl und moderatem Widerstand zu rudern und sich erst später an intensivere Intervalle heranzutasten.
7. Kosten und langfristige Nutzung
Laufbänder und Rudergeräte gibt es in verschiedenen Preisbereichen. Günstige Einsteigergeräte können für gelegentliche Nutzung ausreichen, bei regelmäßigem Training lohnt sich jedoch der Blick auf stabilere Modelle im mittleren Preisbereich und darüber. Erfahrungsgemäß zahlt sich eine solide Bauweise vor allem dann aus, wenn das Gerät mehrmals pro Woche eingesetzt wird.
- Laufband: Für sicheres Training mit ausreichend großer Lauffläche, ordentlicher Dämpfung und stabiler Konstruktion ist oft ein etwas höheres Budget nötig. Besonders, wenn du schneller laufen möchtest, ist eine gute Motorleistung und ein stabiles Rahmenkonzept wichtig.
- Rudergerät: Wasser- und Luft-Rudergeräte liegen häufig im mittleren bis höheren Preisbereich und bieten ein hochwertiges Zuggefühl. Magnet-Rudergeräte gibt es auch im günstigeren Bereich, die Qualität hängt hier stark von Stabilität, Laufruhe und Verarbeitung ab.
Wenn du langfristig und regelmäßig trainieren möchtest, lohnt es sich, auf eine saubere Verarbeitung, einen ruhigen Lauf und eine passende maximale Benutzerbelastung zu achten – unabhängig davon, ob du dich für Laufband oder Rudergerät entscheidest.
8. Für wen eignet sich welches Gerät?
Laufband passt gut zu dir, wenn …
- du gerne gehst, walkst oder läufst und diese Bewegung direkt zuhause umsetzen möchtest,
- du dich auf bestimmte Laufstrecken vorbereiten oder dein Lauftempo gezielt verbessern möchtest,
- du es schätzt, Geschwindigkeit und Steigung exakt einstellen zu können,
- du mit der Stoßbelastung beim Laufen keine größeren Probleme hast oder bewusst mit geringer Intensität startest.
Rudergerät passt gut zu dir, wenn …
- du ein intensives Ganzkörpertraining suchst, bei dem Rücken, Rumpf und Beine deutlich mitarbeiten,
- du eine fließende, stoßarme Bewegung bevorzugst,
- du bereit bist, dich kurz mit der richtigen Technik zu beschäftigen,
- du motiviert bist durch kompakte, vom Gefühl her „dichte“ Trainingseinheiten.
9. Fazit: Laufband oder Rudergerät?
Die Frage Laufband oder Rudergerät lässt sich nicht mit einem generellen „besser“ beantworten. Beide Geräte eignen sich sehr gut für das Heimtraining, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte und fühlen sich im Alltagstraining verschieden an.
- Möchtest du eine dir vertraute Bewegung, mit der du dich direkt auf Geh- und Laufstrecken vorbereiten kannst, und schätzt du klare Tempovorgaben, ist ein Laufband eine passende Wahl.
- Suchst du ein kompaktes, intensives Ganzkörpertraining mit fließender Bewegung und starkem Einsatz von Rücken und Rumpf, spricht vieles für ein Rudergerät.
Wenn du dir konkrete Modelle ansehen möchtest, findest du im Laufband Test und im Rudergerät Test eine Auswahl unterschiedlicher Geräte mit ihren wichtigsten Eigenschaften im Überblick.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei bestehenden Beschwerden, Risikofaktoren oder Unsicherheiten solltest du vor Trainingsbeginn ärztlichen Rat oder die Einschätzung von qualifiziertem Fachpersonal einholen.